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Winter adé.

Winter adé.

So, das war jetzt genug Kälte. Das findet Ihr doch auch. Dieses Jahr war es zwar mit Ludwig van Brothofen in der Wühlmaus deutlich wärmer im Vergleich zum letzten Winter, aber so richtig kuschelig wie in anderen Backstuben wird es bei mir leider nie. Auf jeden Fall freue ich mich schon auf die wärmere Zeit.

Saftig

In den wirklich kalten Tagen hatte ich in der Backstube manchmal ganz schön zu kämpfen: bei der letzten Kältewelle ist mir zum Beispiel die Wasserleitung zu meinem Dampferzeuger eingefroren! Außerdem hat der stramme Frost in meiner Außentoilette ziemlich große Schäden angerichtet.
Zwischzeitlich fand ich meine Weizenbrote etwas fest und zäh. Inzwischen habe ich die Rezepte aber so angepasst, dass sämtliche Produkte wieder zu meiner vollen Zufriedenheit aus dem Ofen kommen. Das konnte entweder durch deutlich wärmere Schüttwassertemperaturen und häufigeres Falten des Teigs oder auch durch andere Produktionsschritte erreicht werden, die den Teig geschmeidiger und elastischer machen. Das Ergebnis sind deutlich saftigere und fluffigere Brote!
Solltet ihr in der Vergangenheit also vielleicht einen Franz mit etwas ungleichmäßig dichter Krume erwischt haben, probiert es doch demnächst noch einmal! Ich glaube, es lohnt sich.

Neuer Mitbewohner

Kennt ihr schon meinen neues Mehllager? Dort, wo einst mein treuer Holzofen Jacques Ofenback wohnte, steht jetzt ein kleiner Lagercontainer, der mir die Mehllieferungen deutlich vereinfacht. Früher musste ich nämlich alle Mehlsäcke (pro Palette 30 Sack à 25kg) noch einzeln durch die Backstube in den Anbau hinter der Küche schleppen. Aber in naher Zukunft kann mir die Lieferameise die Paletten direkt in den Lagercontainer fahren. Mein Rücken findet diese Veränderung prima! Ihr auch?

Bye bye Gemüslichkeit

Ein Jahr lang habe ich mit der Solawi Gemüslichkeit kooperiert und viel gelernt. Zum Einen, dass eine echte solidarische Landwirtschaft noch mal was ganz anderes ist, als mein Abomodell. Durch meinen Werkstattverkauf bin ich nicht ausschließlich auf die Abos angewiesen, auch wenn diese mir die Produktion erheblich erleichtern. Bei einer richtigen Solawi ist das anders: die Ernteanteile der Mitglieder sind deren einzige Einnahme, und so steht das Prinzip der Solidarität viel stärker im Vordergrund. Es ist ein tolles Konzept und ich möchte ausdrücklich dafür werben! Denkt doch bitte noch einmal darüber nach, ob eine Mitgliedschaft für Euch nicht in Frage käme?
Auf der anderen Seite musste ich mir aber auch eingestehen, dass bestimmte logistische und produktionsbedingte Abläufe einfach nicht zusammen passen. Weil Gemüslichkeit immer Mittwochmittags liefert, konnte ich ihnen nur Roggenbrote anbieten. Diese wurden als einzige bereits Dienstags gebacken, und auch diese Lieferung/Abholung war immer extrem knapp, weil ich ja Dienstagabends in Berlin Orchesterproben leite und Mittwochs mit dem frühen Zug direkt in die Backstube düse. Das war jetzt ein Jahr lang machbar, aber eigentlich wegen der Vakanzen im Bahnbetrieb seit jeher zu unsicher gestrickt. Darum sind wir nun übereingekommen, diese Kooperation zu beenden. Es war ein wertvolles Jahr und besonders für meine Anfangszeit extrem wertvoll. Danke, Gemüslichkeit!

Hello Marktbox

Dafür erweitere ich meinen Vertrieb um ein weiteres Familienmitglied: die marktbox. Es handelt sich hierbei um einen Verkaufsautomaten, in dem ich meine Brote in Zukunft auch außerhalb meiner knappen Öffnungszeiten des direkten Werkstattverkaufs anbieten kann. Damit wird es möglich, auch nach 17 Uhr noch was Frisches zum Abendbrot zu bekommen. Wer weiß, vielleicht gibt es dann sogar schon mal vormittags das eine oder andere Brot ...
Wie genau und womit der Automat dann bestückt sein wird, muss sich erst noch herausstellen. Ihr wisst ja, ich bin bisher immer "auf Sicht gefahren", und genauso wird es auch mit der marktbox sein. Aber ich bin mir schon sicher, dass sie die Brotwerkstatt auf jeden Fall bereichern wird.
Seid also gespannt!